Willkommen in CLUB

Pat* kennen wir schon sehr lange. Inzwischen ist er nicht mehr so regelmäßig bei uns wie früher. Dennoch besucht er den Jugendclub weiterhin sehr gerne, und auch im Park treffen wir ihn oft. Er genießt die Gespräche mit uns und schätzt es, von uns ernst genommen zu werden. Genau das ist es, was wir ihm vor allem bieten können: einen Raum, in dem er einfach er selbst sein darf – ohne sofort als „anders“ oder als Klient wahrgenommen zu werden. Wir begegnen ihm als einem unserer jungen Erwachsenen, mit all seinen Wünschen, Ideen, Problemen sowie mit guten und schlechten Tagen.

Auch Ann* schätzt die Möglichkeit, bei uns zu sein, aus genau diesem Grund. Sie hat es einmal treffend formuliert:

„Überall sonst bin ich eine Patientin – bei euch bin ich eine Jugendliche!“

Natürlich sind wir auch für sie da, wenn sie uns im Zusammenhang mit ihrer Erkrankung braucht. Aber diese Aussage verdeutlicht eindrucksvoll, was die offene Jugendarbeit leisten kann: Sie schafft Räume, in denen Jugendliche nicht über ihre Diagnosen oder Problemlagen definiert werden, sondern über ihre Persönlichkeit, ihre Interessen und ihr Mitwirken.

Wenn Ann Unterstützung im Zusammenhang mit ihrer Erkrankung benötigt, begleiten wir sie beispielsweise zu Institutionen, um ihr den Zugang zu erleichtern, beraten sie bei Fragen oder hören einfach zu, wenn sie über ihre Gedanken sprechen möchte. Dennoch steht für uns im Vordergrund, dass sie in unserer Einrichtung als Jugendliche wahrgenommen wird – als gleichwertiger Teil der Gruppe, mit denselben Möglichkeiten zur Teilhabe und Mitgestaltung wie alle anderen.

Die offene Jugendarbeit bietet auch jungen Menschen mit Behinderungen vielfältige Möglichkeiten, in Kontakt zu treten. Manchmal können wir die äußeren Rahmenbedingungen so gestalten, dass sie sich wohler fühlen. Oft ist dies jedoch – etwa im öffentlichen Raum wie dem Park – nicht möglich. Dennoch können wir ihnen Räume bieten, in denen sie sich willkommen und sicher fühlen. Nicht durch bauliche Veränderungen, sondern durch unsere Haltung, unseren respektvollen Umgang und durch die Vorbildwirkung, die dieses Verhalten auf andere Kinder und Jugendliche hat.

Die Offene Kinder- und Jugendarbeit bietet jungen Menschen mit unterschiedlichsten Hintergründen Räume zur Begegnung, Entfaltung und Mitgestaltung. Ein zentrales Merkmal dieser Arbeit ist ihre Niederschwelligkeit: Jugendliche können kommen und gehen, ohne sich rechtfertigen oder an institutionelle Vorgaben anpassen zu müssen. Dies schafft eine Atmosphäre der Akzeptanz, die für alle wichtig ist, insbesondere jedoch für junge Menschen mit Beeinträchtigungen.

Für uns ist Pat ein junger Erwachsener mit individuellen Bedürfnissen, Ideen und Stärken, der genauso zu unserer Gemeinschaft gehört wie alle anderen Besucher*innen auch. Diese Haltung ermöglicht es ihm, soziale Teilhabe zu erfahren und Vertrauen aufzubauen. Sie stärkt sein Selbstwertgefühl und fördert seine Selbstwirksamkeit, indem er erlebt, dass seine Meinung und seine Erfahrungen zählen. Damit übernehmen wir eine wichtige Funktion als stabilisierender sozialer Ankerpunkt – besonders für junge Menschen, die im Alltag häufig mit Stigmatisierung oder Ausgrenzung konfrontiert sind.

In der offenen Jugendarbeit gelingt Inklusion weniger über strukturelle Anpassungen als vielmehr über Haltung und Beziehung. Die Fähigkeit, Jugendlichen auf Augenhöhe zu begegnen, ihnen zuzuhören und ihre Bedürfnisse ernst zu nehmen, bildet die Grundlage für eine gelingende pädagogische Arbeit.

Gerade junge Menschen, die von Behinderungen betroffen sind, profitieren davon, wenn sie Orte finden, an denen sie nicht auf ihre Diagnose reduziert werden. In der offenen Jugendarbeit können sie Selbstwirksamkeit, soziale Anerkennung und Normalität erleben – zentrale Faktoren für eine gesunde Entwicklung und soziale Integration.

Autor*innen: Die Mitarbeiter*innen des Vereins JUVIVO
Alle Namen in diesem Artikel wurden von den Autor*innen geändert und sind frei erfunden.

Stadt Wien MA13

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