Im Rahmen des Kinder- und Jugendparlaments haben junge Menschen in mehreren Wiener Bezirken die Möglichkeit, ihre Ideen einzubringen und aktiv an politischen Prozessen mitzuwirken. Der Wiener Familienbund organisiert dafür im Auftrag der Bezirksvorstehungen Beteiligungsworkshops, in denen Demokratie für Kinder und Jugendliche erlebbar gemacht wird. Die Teilnehmer:innen beschäftigen sich dabei spielerisch mit Grundwissen über Politik, entwickeln gemeinsam kreative Vorschläge zur Gestaltung des öffentlichen Raums und stimmen anschließend über ihre favorisierten Vorschläge ab. In einer geheimen Wahl bestimmen sie schließlich ihre Klassenvertreter:innen, die die ausgearbeiteten Anträge später der Bezirksvorstehung, in einer eigens dafür organisierten Sitzung, überreichen.
Wichtig ist uns vor allem, dass möglichst viele junge Menschen unkompliziert und niederschwellig teilnehmen können. Deshalb finden die Workshops direkt in den Schulen statt – dort, wo die Kinder und Jugendlichen ohnehin ihren Alltag verbringen. Das bietet ihnen nicht nur einen vertrauten Rahmen, sondern auch die Sicherheit, dass Begleitlehrkräfte bei Bedarf unterstützen können.
Besonders eindrucksvoll war der Workshop an der Hans-Radl-Schule, einer Schule, in der Kinder mit sonderpädagogischem Förderbedarf unterrichtet werden. Fünfzehn Schüler:innen entwickelten dort im November 2024 ihre Ideen für Verbesserungen im öffentlichen Raum. Einige Monate später kam Bezirksvorsteherin Silvia Nossek persönlich vorbei, um sich die Anliegen der Kinder anzuhören und die Anträge entgegenzunehmen.
Immer wieder wurde in unseren Workshops deutlich, wie stark das inklusive Bewusstsein der jungen Menschen bereits ausgeprägt ist. Barriereärmere Spielplätze waren ein wiederkehrendes Thema, und viele Kinder setzten sich mit großem Engagement für inklusive Spielgeräte ein. Dass ihre Wünsche Wirkung zeigen, konnte man im vergangenen Jahr in der Josefstadt beobachten: Dort wurden eine inklusive Wippe im Hamerlingpark und ein inklusives Trampolin im Schönbornpark umgesetzt. Diese neuen Spielgeräte sind mehr als nur zusätzliche Angebote – sie stehen sinnbildlich dafür, wie die Ideen von Kindern und Jugendlichen zu einer inklusiveren Gestaltung unserer Stadt beitragen.
